Chelat Therapie

Alternativmedizin und Schwermetallentgiftung.

Schwermetalle wie Blei, Quecksilber u. a. werden im Körper gespeichert und reichern sich beispielsweise bei einer Bleivergiftung im Gewebe, z. B. in den Knochen, an. Auch bei Beseitigung der ursprünglichen Quelle bleibt der Körper weiterhin der Belastung, die durch allmähliches Freisetzen des gespeicherten Schwermetalls aus dem Körper entsteht, ausgesetzt. Chelatbildner beschleunigen die natürliche Ausscheidung von im Körper akkumulierten Schwermetallen, indem sie zweiwertige Ionen komplexieren. Chelate werden in der evidenzbasierten Medizin seit den 1940er Jahren bei schweren Vergiftungen durch Schwermetalle eingesetzt. Als Chelat-Therapie wird die therapeutische Anwendung von Chelatbildnern bezeichnet. Dabei werden Komplexbildner oral oder als Infusion verabreicht. Nach dem Ausschalten der Vergiftungsursache ist der Einsatz von Chelatbildnern die nächstwichtige Therapieform.

Alternativmedizinisch werden Chelatbildner (insbesondere DMSA und DMPS) auch bei geringer Schwermetallbelastung eingesetzt, wenn bestimmte Krankheitssymptome vorliegen. Außerdem wurden Chelat-Therapien lange Zeit mit dem Slogan „Rohrfrei für die Arterien“ beworben. Dabei wird EDTA intravenös als Infusionen verabreicht, wobei in der Regel 20 bis 30 solcher Infusionen im Abstand von einigen Tagen verordnet werden.
In der Alternativmedizin werden sie vor allem eingesetzt bei Durchblutungsstörungen als Folge von Arteriosklerose. Eventuelle Bypass-Operationen der Herzkranzgefäße sollen dadurch unnötig werden. Außerdem sollen Raucherbeine abheilen, der Blutdruck und der Blutzuckerspiegel sollen sinken, Stenokardie-Beschwerden abklingen.

Lange wurde von den Anwendern behauptet, durch die Chelat-Therapie würden die so genannten Plaques, die Ablagerungen an den Gefäßwänden bei Arteriosklerose, aufgelöst. Diese Ablagerungen bestehen im Wesentlichen aus Calcium-Salzen und Blutfette. Durch diese Ablagerungen verengen sich die verhärteten Gefäße. Das injizierte EDTA sollte angeblich das Calcium ausschwemmen und so die arterielle Gefäße wieder „frei machen“. Dieses Konzept konnte weder in experimentellen Studien noch in kontrollierten klinischen Studien bestätigt werden, entsprechende Studien zeigten keinen nachweisbaren Effekt. Die Ablagerungen bestehen auch nicht nur aus Calcium.

Grundsätzlich werden bei einer EDTA-Behandlung jedoch nicht nur Schwermetalle aus dem Körper geschwemmt, sondern auch Mineralstoffe und Spurenelemente. Es kann zu einer Störung des Calciumstoffwechsels kommen mit der Folge von Herzrhythmusstörungen, Krampfanfällen und im Extremfall Atemstillstand. Es sind Todesfälle bekannt geworden. Außerdem kann es auf Grund von Calciummangel zu Störungen der Blutgerinnung kommen, des Weiteren sind Nierenversagen und eine Schädigung des Knochenmarks möglich. Nebenwirkungen treten auch in Form von Hautreizung durch Zn2+-Ionen-Verluste auf.

Als normale Nebenwirkungen werden Symptome wie Frösteln, leichte Herzschmerzen, Schwindel, Gliederschmerzen, Müdigkeit, Fieber und Kopfschmerzen angegeben.

Die Deutsche Chelat-Gesellschaft gibt die Kosten pro Infusion mit 100 bis 150 Euro an.

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